Augenerkrankungen

Die häufigsten Augenerkrankungen im Überblick

(in alphabetischer Reihenfolge)

Erst wenn die Augen nicht mehr so können, wie sie sollen, erkennen wir, wie wertvoll das Augenlicht ist.

In einer  alternden Gesellschaft wird es immer mehr Patienten mit altersabhängiger Makula-Degeneration (AMD), Grünem Star (Glaukom) und Gefäßerkrankungen der Netzhaut geben. Auch können sich Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck am Auge bemerkbar machen. Erfreulicherweise gibt es aufgrund wissenschaftlicher Fortschritte mittlerweile viele wirksame Maßnahmen, um verschiedene Formen der Altersblindheit zu verhindern. Dabei spielen nicht nur neue Therapiemöglichkeiten eine wichtige Rolle, sondern auch Präventions und Früherkennungsmaßnahmen. Für praktisch alle Augenerkrankungen, die zu einem schweren Sehverlust führen können, gilt, dass Therapien dann besonders gut greifen, wenn sie frühzeitig zum Einsatz kommen.

Dies setzt die Früherkennung voraus. Erkrankungen wie der Grüne Star oder die altersabhängige Makula-Degenerationkönnen das Auge in Anfangsstadien bereits in Mitleidenschaft ziehen, ohne dass Symptome bemerkt werden. Hier kann der Augenarzt im Rahmen einer eingehenden Untersuchung und diagnostischer Verfahren schon früh Maßnahmen einleiten, um irreversible Schädigungen zu vermeiden.

In manchen Fällen sind Augenpatienten durch Unfälle von Sehverlust betroffen, doch die mit Abstand häufigste Ursache für fortschreitenden Sehverlust im Laufe des Lebens sind Augenerkrankungen. Unser Überblick über die häufigsten Augenerkrankungen in Deutschland soll als erster Einstieg in das Thema und als Hintergrundinformation dienen. Er ersetzt selbstverständlich nicht die fachliche Betreuung durch Ophthalmologen und Beratungsstellen.

Menschen, die von einer schwerwiegenden Augenerkrankung erfahren haben, stehen vor einer besonders schwierigen Lebenssituation. Oft suchen sie nach Informationen zu ihrer Augenerkrankung und zu Behandlungsmöglichkeiten, hoffen auf Heilung. Kommt es trotz des medizinischen Fortschritts zu einem spürbaren Sehverlust, ist nichts mehr wie vorher. Viele Betroffene können sich nicht vorstellen, wie es weitergehen soll, fürchten sich, ihre Selbstständigkeit zu verlieren und auf Hilfe angewiesen zu sein. Über Unterstützungsangebote, Möglichkeiten zum Ausgleich einer Sehbeeinträchtigung, rechtliche und finanzielle Leistungen wissen sie meist wenig.

Das Patientenangebot „ das Beratungsteam Sehkompetenz“ informiert und berät Augenpatienten und ihre Angehörigen unabhängig und kostenfrei zu allen mit der Augenerkrankung verbundenen Themen, wie z.B.

  • Grundlegende Fragen zu den häufigsten Augenerkrankungen

  • Sehhilfen und andere Hilfsmittel

  • Rechtliche und finanzielle Ansprüche

  • Tipps und Tricks zur Alltagsbewältigung und Schulung in lebenspraktischen Fähigkeiten

  • Unterricht zur sicheren Orientierung im Straßenverkehr

  • Erhalt des Arbeitsplatzes oder berufliche Neuorientierung

Die Berater leben selbst mit einer Seheinschränkung oder sind mit den daraus resultierenden Problemen sehr vertraut. Ihnen muss man seine Situation nicht lange erklären. Man kann von ihrem Wissen und ihren Erfahrungen aus erster Hand profitieren

Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD)

Bei der altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) kommt es zum Verlust der zentralen Sehschärfe. Der lateinische Begriff „Makula“ bezeichnet den zentralen Bereich der Netzhaut, in deren Mitte die Fovea, die Stelle des schärfsten Sehens, liegt. Hier befindet sich die Mehrzahl der sogenannten Fotorezeptoren, der empfindlichsten Sinneszellen des Auges. Mit ihrer Hilfe kann der Mensch Farben und scharfe Bilder wahrnehmen. Die darunter liegenden Netzhautschichten sorgen für die Ernährung der Fotorezeptoren, aber auch für den Abtransport von Abbauprodukten des Stoffwechsels. Wenn dieser normale Stoffwechselprozess mit zunehmendem Alter gestört ist, kommt es zu Ablagerungen – die altersabhängige Makula-Degeneration kann eine Folge sein.

Die AMD ist die häufigste Ursache für eine schwere Sehbehinderung bei Menschen über 50 Jahren und  in den Industriestaaten die Hauptursache für eine Erblindung bei Menschen in diesem Alter. Weltweit sind 25 bis 30 Millionen Menschen erkrankt; circa 500.000 Neuerkrankungen kommen jährlich hinzu. In Deutschland leiden schätzungsweise 4,2 Millionen Menschen an einer Form der Makula-Degeneration.

Dabei sind zu unterscheiden:

Die trockene AMD (ungefähr 85 Prozent der Erkrankungen):

Diese Form verläuft in der Regel langsam. Die ersten Anzeichen werden häufig beim Lesen bemerkt. Neben einer Unschärfe nehmen die Betroffenen mitten im Schriftbild verschwommene Flecken oder graue Schatten wahr. Diese können im weiteren Krankheitsverlauf größer werden.

Die feuchte AMD (ungefähr 15 Prozent der Erkrankungen):

Sie schreitet meist schneller voran. Typisches Krankheitszeichen ist ein verbogenes oder verzerrtes Bild. Aus der trockenen Form kann sich die feuchte AMD entwickeln. Die altersabhängige Makula-Degeneration ist eine chronische Erkrankung, für die es keine Heilungsmöglichkeit gibt. Bei der feuchten AMD kann jedoch mit einer konsequenten Behandlung im Idealfall eine langfristige Stabilisierung erreicht werden. Darum wird ab dem 55. Lebensjahr eine regelmäßige Untersuchung auf altersabhängige Makula-Degeneration durch den Augenarzt empfohlen.
Nehmen Betroffene einer trockenen AMD gerade Linien als gekrümmt wahr oder sehen sie verzerrte Bilder, so können das die ersten Anzeichen einer feuchten AMD sein – diese muss sofort medikamentös behandelt werden! Neue Therapieformen haben  dazu geführt, dass das Erblindungsrisiko bei der feuchten AMD rückläufig ist.

Seheindruck einer Kreuzung ohne Sehbehinderung

Seheindruck einer Kreuzung ohne Sehbehinderung

 

Seheindruck der Kreuzung mit Makula-Degeneration

Seheindruck der Kreuzung mit Makula-Degeneration

Diabetische Netzhauterkrankungen

Die diabetische Netzhauterkrankung (Retinopathie) ist eine Erkrankung der Netzhaut, die in Folge der sogenannten Zuckerkrankheit, des Diabetes mellitus, auftritt. Dieser schädigt die Gefäßwände.
Diabetische Netzhauterkrankungen entwickeln sich in der Regel sehr langsam und anfangs unbemerkt.
Sie können bei schwerwiegenden Verläufen aber zur Erblindung führen, vor allem dann, wenn sie gar nicht oder erst sehr spät behandelt werden. Derzeitige Therapien können den weiteren Verlauf der Erkrankung nur verzögern, im besten Falle stoppen. Eine Heilung ist nicht möglich. Diabetesbedingte Netzhauterkrankungen sind in Europa und Nordamerika die häufigste Erblindungsursache bei Menschen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren.

Dabei werden unterschieden:

Die sogenannte nicht proliferative Retinopathie

Mit kleinen, herdförmig auftretenden Gefäßveränderungen, kleinen Blutungen in der Netzhaut sowie vermehrten Ablagerungen von Fettsubstanzen.

Die fortgeschrittene (proliferative) Retinopathie

mit der Bildung neuer Blutgefäße – diese wachsen in das Auge hinein und können die Ursache für schwere Blutungen des Augeninneren sein. Im schlimmsten Fall droht Erblindung. Zudem kann es durch das Einwachsen von Gefäßen und Bindegewebe in den Glaskörper zu einer Ablösung der Netzhaut kommen. Diese kann das Sehvermögen ebenfalls beeinträchtigen. 

Die diabetische Makulopathie

Wird durch den Diabetes die Makula geschädigt, spricht man von diabetischer Makulopathie. So kann es durch die Schädigung der Gefäße zu einer Ansammlung von Flüssigkeit in der Netzhautmitte kommen, dem diabetischen Makulaödem.

Die beste Vorbeugung besteht in einer optimalen Therapie des Diabetes mellitus durch Arzt und Patient. Der Blutdruck sowie die Blutzucker und Blutfettwerte sollten regelmäßig kontrolliert werden. Wie bei anderen Augenkrankheiten gilt auch hier: Je früher die Netzhauterkrankung erkannt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten der Behandlung. Darum sollte regelmäßig eine augenärztliche Kontrolle erfolgen, und zwar einmal im Jahr, wenn noch keine Schäden an der Netzhaut bestehen, und alle drei bis sechs Monate, wenn bereits Anzeichen einer diabetischen Netzhauterkrankung erkennbar sind. Werden Veränderungen des Augenhintergrundes festgestellt, kann die Sehverschlechterung in vielen Fällen durch eine Laserbehandlung verlangsamt oder zum Stillstand gebracht werden. Bei der Lasertherapie wird die Bildung weiterer Gefäßveränderungen unterdrückt – hierbei treffen gezielte Lichtstrahlen auf die Netzhaut und verhindern, dass krankhafte Blutgefäße weiter wachsen. Beim diabetischen Makulaödem ist auch eine Spritzentherapie möglich. 

Seheindruck ohne Retinopathie

Seheindruck ohne Retinopathie


Seheindruck mit Retinopathie

Seheindruck mit Retinopathie

Glaukom (Grüner Star)

 

Das Glaukom bezeichnet eine Gruppe von Augenerkrankungen, bei denen nach und nach die Fasern des Sehnervs zugrunde gehen. Das Gleichgewicht aus Augeninnendruck und Durchblutung im Auge gerät aus dem Lot, und der Sehnerv wird nicht mehr ausreichend versorgt.

Die häufigste Form des Glaukoms ist das sogenannte Offenwinkelglaukom, das sich schleichend und anfangs unbemerkt entwickelt. Erst im weiteren Verlauf, bei fortgeschrittener Schädigung des Sehnervs, kommt es zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Seltener tritt das Engwinkelglaukom auf, das zum schmerzhaften Glaukomanfall führen kann und bei dem unbehandelt akute Erblindungsgefahr droht.

Das Glaukom ist weltweit eine der häufigsten Erblindungsursachen – in Deutschland leiden geschätzt 970.000 Menschen an diesem Krankheitsbild. An einem Glaukom kann prinzipiell jeder erkranken – ab dem 40. Lebensjahr jedoch erhöht sich das Risiko. Weitere Risikofaktoren liegen vor, wenn:

  • ein Glaukom schon einmal in der Familie aufgetreten ist

  • eine höhere Kurzsichtigkeit als minus 5 Dioptrien vorliegt

  • eine überdurchschnittlich dünne Hornhaut vorliegt

  • ein niedriger oder ein stark schwankender Blutdruck vorliegt

  • Betroffene unter erhöhtem Augeninnendruck leiden

Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt sollte ab dem 40. Lebensjahr erfolgen. Wenn Glaukomerkrankungen in der Familie vorkommen, ist es angeraten, schon früher zu ärztlichen Kontrollen zu gehen.
Denn: Die durch ein Glaukom verlorene Sehkraft lässt sich nicht wiederherstellen. Ein weiteres Fortschreiten der Krankheit kann jedoch in vielen Fällen durch Medikamenteneinnahme verhindert werden. Auch Operationen und Laserbehandlungen können diesen Effekt bewirken.

Katarakt (Grauer Star)

 

 

Der Graue Star ist eine Trübung der ursprünglich klaren Augenlinse – eine verminderte Sehleistung ist die Folge. Menschen, die am Grauen Star erkrankt sind, nehmen ihre Umgebung nur noch unscharf, matt oder verschleiert wahr. Die Farben verlieren an Leuchtkraft, und die Blendempfindlichkeit ist deutlich erhöht. Meistens ist der Graue Star altersbedingt und tritt häufig erst weit nach dem 60. Lebensjahr auf.

Eine Operation, die meist ambulant erfolgt und bei der eine künstliche Linse eingesetzt wird, ist die einzige Möglichkeit, die Sehkraft wieder zu verbessern. Wenn keine anderen schwerwiegenden Augenerkrankungen
vorliegen, erzielt man damit oft sehr gute Ergebnisse.

Seheindruck ohne Sehbehinderung

Seheindruck ohne Sehbehinderung


Seheindruck mit Katarakt

Seheindruck mit Katarakt

LHON

 

 

 

Die LHON (Lebersche hereditäre Optikusneuropathie) ist eine sehr seltene, erbliche Erkrankung, die zu einem sehr starken Sehverlust führen kann. Die Ursache ist ein Defekt in der mitochondrialen DNA, der zu einer Funktionsstörung der Mitochondrien, unseren Kraftwerken der Zelle, führt. Die Ganglienzellen im Auge, die das Signal vom Auge zum Gehirn leiten, werden nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt und verkümmern.

LHON tritt ungefähr bei einem von 50.000 Menschen auf und wird nur durch die Mutter vererbt. Mit LHON stehen mittelbar drei häufige Genmutationen in Verbindung (11778, 14484, 3460). LHON tritt bei gentragenden Männern im Alter zwischen 15 und 30 Jahren deutlich häufiger auf als in früherer Kindheit und im späteren Erwachsenenalter. Frauen sind etwa zu einem Fünftel seltener betroffen als Männer, wofür es bisher keine wissenschaftliche Erklärung gibt.

Verlauf

Beim meist unbemerkten Ausbruch von LHON entwickelt sich häufig innerhalb von Tagen oder Monaten ein massiver Sehverlust. Oft beginnt sich die Sehkraft schmerzlos nur an einem Auge zu verschlechtern. Nachdem dies durch Kompensation teils unbemerkt abläuft, nehmen die Betroffenen den Sehverlust erst nach der meist folgenden Ausweitung auf das zweite Auge wahr.

Es verbleiben oft weniger als 10 Prozent der normalen Sehkraft. LHON variiert stark von Mensch zu Mensch, zwischen den Geschlechtern und auch innerhalb der drei häufigsten LHON Genmutationen. So kann sich in einigen Fällen das Sehvermögen teilweise spontan wieder verbessern. In seltenen Fällen erblindet der Betroffene nahezu vollständig.

Auswirkungen

Das zentrale Sehen ist stark beeinträchtigt, Kontraste und Farben werden nicht mehr so gut wahrgenommen, und viele fühlen sich schnell geblendet. Das Sichtfeld wird überwiegend wie ein umgekehrter Tunnelblick beschrieben (Peripherie besser als Zentrum), und das Bild wird teils wie durch ein Fliegengitter (Kräuselung / Flimmern, verschwommen und unscharf) überdeckt.

Netzhautablösung

 

 

 

Bei der Netzhautablösung löst sich die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut von ihrer ernährenden Schicht, der Aderhaut, ab. An der Stelle, an der sich die Schicht abhebt, werden die Sinneszellen nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und sterben ab: Das Sehvermögen geht erheblich verloren – im schlimmsten Falle, bei Ausbleiben schneller Behandlung, führt die Netzhautablösung zur Erblindung. Deutschlandweit erleiden alljährlich etwa 8.000 Menschen eine Netzhautablösung.

Erste Anzeichen sind Lichtblitze am Rand des Gesichtsfeldes – diese treten auch bei geschlossenen Augen auf. Im weiteren Verlauf sehen die Betroffenen „Rußflocken“ oder „Schwärme“ von „schwarzen Mücken“. Die Betroffenen haben den Eindruck, dass ein „schwarzer Vorhang fällt“ oder eine „schwarze Wand aufsteigt“ – die Sehfähigkeit verschlechtert sich immer mehr.
Bei Auftreten dieser Symptome  muss sofort ein Augenarzt aufgesucht werden.

Die wichtigste Maßnahme ist die zeitige Laserbehandlung der Netzhautablösung. Wenn diese nicht hilft, ist auch eine Augenoperation möglich, um die Netzhaut anzulegen.

Pathologische Myopie

 

 

 

 

Die Myopie (Kurzsichtigkeit) ist eine Fehlsichtigkeit der Augen, die sich häufig schon in der Kindheit entwickelt. Gegenstände in der Nähe werden scharf gesehen, Objekte in der Ferne erscheinen unscharf. Ursache ist in der Regel ein „zu lang“ gebautes Auge. Lichtstrahlen, die von Hornhaut und Linse gebrochen werden, bündeln sich nicht auf einem Punkt der Netzhaut, sondern vor der Netzhaut. Von einer pathologischen (krankhaften) Myopie spricht man bei einer Brechkraftveränderung von mindestens -6 dpt (Dioptrien).

Für die Entwicklung einer Myopie scheinen neben genetischen Faktoren auch Lebensweise und Sehbedingungen eine Rolle zu spielen. So werden Kinder, die regelmäßig bei Tageslicht viel Zeit im Freien verbringen, aktuellen Forschungen zufolge seltener kurzsichtig als „Stubenhocker“.

Die Kurzsichtigkeit kann noch nicht ursächlich behandelt werden. Mit einer Brille, mit Kontaktlinsen oder auch durch einen operativen Eingriff lässt sie sich aber ausgleichen.

Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind nicht nur sinnvoll, um bei einem Fortschreiten der Myopie die Sehhilfe anzupassen, sondern auch, um so früh wie möglich dadurch verursachte Netzhautveränderungen zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln. Bei stark kurzsichtigen Augen sind sowohl die Netzhaut als auch die Aderhaut erhöhten Dehnungskräften ausgesetzt, die zu Veränderungen im Randbereich (Peripherie) der Netzhaut, zu Netzhautlöchern oder zu einer Netzhautablösung führen können. Daneben besteht das Risiko eines Makulaödems (Flüssigkeitsansammlungen unter der Netzhautmitte infolge von Gefäßneubildungen). Auch die Wahrscheinlichkeit, an einem Offenwinkelglaukom zu erkranken, ist bei kurzsichtigen Menschen erhöht.

Kommt es zu einem peripheren Netzhautloch, kann eine Laserbehandlung helfen. Im Falle einer Netzhautablösung sind die chirurgische Entfernung des Glaskörpers und die Wiederanlage der Netzhaut notwendig. Gefäßneubildungen infolge einer pathologischen Myopie (Makulaödem) werden mit einer Medikamenteninjektion in den Glaskörper behandelt. Die Medikamente hemmen den Wachstumsfaktor VEGF.

Symptome

  • unscharfes Sehen in der Ferne, nachlassende Sehschärfe

  • „fliegende Mücken“, auch mouches volantes genannt (Punkte, Fäden oder Flecken im Gesichtsfeld)

  • vermehrt schwarze Punkte, Rußregen, wolkiger Nebel, vom Rand her kommender Schatten, der zunehmend das Gesichtsfeld einschränkt

  • gerade Linien plötzlich krumm, Lesen und das Erkennen von Gesichtern kaum noch möglich

Retinopathia Pigmentosa (RP)

 

 

 

 

Bei der Retinopathia Pigmentosa (RP) handelt es sich um eine Gruppe von erblichen Erkrankungen der Netzhaut, die durch verschiedene Genveränderungen entstehen können und bei denen es durch schrittweises Absterben der Netzhautzellen zur Verringerung der Sehschärfe, zu Nachtblindheit und Ausfällen im äußeren Bereich des Gesichtsfeldes kommt. Die Fotorezeptoren im Zentrum der Makula bleiben zunächst erhalten. Der Sehrest wird dann als „Tunnelblick“ oder „Röhrengesichtsfeld“ bezeichnet: Sichtbar sind nur noch „frontale“ Gegenstände. Dadurch wird es immer schwieriger, sich zu orientieren. Die Retinopathia Pigmentosa führt nicht selten zur Erblindung.

In Deutschland leiden etwa 30.000 bis 40.000 Menschen an der Krankheit, weltweit rund 3 Millionen Menschen. Retinopathia Pigmentosa ist eine der häufigsten Ursachen für einen Sehverlust im mittleren Alter.

Die wichtigste Methode zur frühen Erkennung ist die Elektroretinografie, ein spezielles augenärztliches Verfahren, bei dem die Fähigkeit des Auges, Lichtreize in Nervenreize umzuwandeln, überprüft wird. Bislang gibt es allerdings keine Therapie, mit der ein Fortschreiten der RP gestoppt werden kann.
Auch der Krankheit vorzubeugen ist nicht möglich. Derzeit wird an der Entwicklung von Retina-Prothesen gearbeitet, die die Sehfähigkeit teilweise wiederherstellen sollen. Ein erstes System ist auf dem Markt erhältlich.

Puzzle ohne Sehbehinderung

Puzzle ohne Sehbehinderung


Puzzle mit Retinis Pigmentosa (RP)

Puzzle mit Retinis Pigmentosa (RP)

Uveitis

 

 

Uveitis bezeichnet eine Reihe entzündlicher Erkrankungen des Auges. Beteiligt ist immer die Uvea, bestehend aus der Regenbogenhaut (Iris), dem Strahlenkörper (Ziliarkörper) und der Aderhaut (Choroidea). Je nach Ort des Auftretens unterscheidet man zwischen hinterer, mittlerer und vorderer Uveitis. Die Krankheit kann akut (in Schüben) oder chronisch (lang andauernd) verlaufen und unbehandelt bis zur Erblindung führen.

Uveitis kann hervorgerufen werden durch Bakterien, Viren, oder Parasiten (bspw. Tuberkulose, Herpes, HIV, Borreliose) oder andere Erkrankungen wie Rheuma, die sich auf das Auge auswirken.

Eine allgemeine Vorsorge ist nicht möglich. Da die Erkrankung oft schleichend beginnt und erst im späteren Verlauf bemerkt wird, sollten sich vor allem Menschen mit rheumatischen Erkrankungen frühzeitig und regelmäßig augenärztlich untersuchen lassen. Das gilt insbesondere für betroffene Kinder. Sie leiden häufig auch an einer Uveitis, ohne dass sie selbst Beschwerden äußern oder das Auge entzündet aussieht.

Ist eine körperliche Erkrankung Ursache der Uveitis, sollte diese vorrangig behandelt werden.

Zur Behandlung der Uveitis werden je nach Schwere und Ort der Entzündung vor allem kortisonhaltige Augentropfen angewendet, aber auch Tabletten und Spritzen. Bei Kortisongaben muss auf mögliche Nebenwirkungen wie eine Erhöhung des Augeninnendrucks oder eine Linsentrübung geachtet werden. Bei wiederholtem Auftreten der Uveitis kann eine Behandlung mit Medikamenten sinnvoll sein, die das Immunsystem beeinflussen und somit entzündliche Reaktionen des Körpers hemmen. Seit kurzem stehen zur Behandlung von schweren Augenentzündungen auch Biologika und Biosimilars zur Verfügung. Biologika sind gentechnisch hergestellte Substanzen, die gezielt Botenstoffe in einer Entzündung blockieren. Sie stammen ursprünglich aus der Rheumatologie. Biosimilars sind entsprechende Nachahmerprodukte.

Auswirkungen

  • Rote, schmerzende und / oder tränende Augen

  • Lichtempfindlichkeit

  • Schlieren, Nebel oder Schleier, Punkte oder Flecken, die sich im Blickfeld hin- und her bewegen

  • Verringerte Sehschärfe

Ernährung kann entzündliche Erkrankungen beeinflussen. Die Ernährung spielt neben der medikamentösen Behandlung eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Uveitis. Die richtige Ernährung ist keine extreme Diät.

Sie bedeutet keinen Verzicht und sie soll weder die Freude bei der der Zubereitung, noch den Genuss beim Essen einschränken. Im Gegenteil, sie soll genussorientiert und bewusst sein. Eine Ernährungsberatung kann vor allem am Anfang sehr hilfreich sein.

Ernährungsexperten empfehlen eine überwiegend pflanzliche Kost, die durch fettarme Milchprodukte und Fisch ergänzt wird.

Auge mit Uveitis

Auge mit Uveitis